Xesca Ensenyat: O Moll
Pollença

Eine Sache war Pollença und eine andere El Moll. In Pollença sagte man respektvoll l’amo’N Biel und hier bei uns el cosí-En-Biel; in Pollença war der Besitzer l’amo, bei uns el patró; in Pollença hieß die Frau des Besitzers la madona, bei uns la patrona, und um die Verwirrung komplett zu machen, war La Patrona in Pollença eine Muttergottes, mit deren Beistand die Araber vertrieben worden waren. Infolgedessen sah ich übernatürliche Wesen in unseren patrones, den Frauen, die mit vorgebundener Schürze voller Fischschuppen (sie hatten unten am Strand von El Tamarell Fisch verkauft) ihr Brot beim Bäcker Buger holten, und ich will nicht behaupten, dass sie aufgehört haben, übernatürlich zu sein.

Quan venia l’esquadra [Als das Geschwader kam], 1994

Übersetzt von Claudia Kalasz.

Xesca Ensenyat

(Port de Pollença, 1952 - 2009, Inca). Schriftstellerin und Bloggerin. Sie setzte sich für die Kultur und die katalanische Sprache ein. Xesca Ensenyat war Lyrikerin und Erzählerin. Zu ihren Publikationen gehören Romane wie L’amagatall de Guipur (1976), Una moda fresqueta (1991) sowie Canvi de perruqueria i altres misèries (1995). Das autobiografische Buch Quan venia l’esquadra (1994) enthält Erinnerungen an den Ort, an dem die Autorin aufwuchs und dem sie sich immer verbunden fühlte, Port de Pollença. In ihrem Blog L’Hidroavió apagafocs [Das Wasserflugzeug zum Feuerlöschen] publizierte sie nach und nach ihren letzten, unvollendeten Roman Una altra vida. Sie verfasste außerdem Presseartikel. Einige ihrer Schriften wurden in Zeitungen und in der 1987 gegründeten Zeitschrift l’Espira veröffentlicht.

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